WLAN auf dem Campingplatz: So decken Sie große Außenflächen ab

Luftaufnahme eines Campingplatzes am Meer mit Wohnmobilen zwischen Olivenbäumen

Ein Campingplatz ist kein Hotel mit Fluren und Wänden. Die Stellplätze erstrecken sich über Hektar, dazwischen stehen Oliven und Kiefern, und die Gäste sitzen in Wohnmobilen und Wohnwagen aus Metall und Kunststoff. In der Hochsaison wollen Hunderte Geräte gleichzeitig ins Internet, vom Smartphone am Strand bis zum Fernseher im Wohnmobil.

Deshalb muss WLAN auf dem Campingplatz anders geplant werden als in einem Gebäude. In diesem Beitrag erklären wir, worauf es ankommt und wo am häufigsten Fehler passieren.

Warum ist ein Campingplatz so anspruchsvoll?

  • Große Fläche: Das Signal wird mit der Entfernung schwächer, und die Stellplätze liegen oft Hunderte Meter von der Rezeption entfernt.
  • Bäume: Laub, besonders nasses, dämpft das WLAN-Signal, bei 5 GHz stärker als bei 2,4 GHz. Das ist gut belegt: Die Internationale Fernmeldeunion beschreibt die Dämpfung durch Vegetation in ihrer Empfehlung ITU-R P.833. Die Oliven und Kiefern, die den Gästen Schatten spenden, schwächen zugleich das Signal.
  • Wohnmobile und Wohnwagen: Metallkarosserien und getönte Scheiben halten das Signal draußen. Vor dem Wohnmobil hat der Gast Empfang, drinnen nicht mehr.
  • Dichte in der Hochsaison: Im August sind auf derselben Fläche um ein Vielfaches mehr Geräte als im Juni, und alle wollen Videos streamen.

Mehr Access-Points statt einer stärkeren Antenne

Ein häufiger Fehler ist eine einzige starke Antenne auf dem Dach der Rezeption. Die Gäste sehen das Netzwerk auf dem Smartphone, aber die Verbindung funktioniert nicht. Der Grund ist einfach: WLAN ist eine Verbindung in beide Richtungen. Die starke Antenne „ruft“ weit genug, um das Smartphone zu erreichen, aber das Smartphone hat einen schwachen Sender und kann nicht „zurückrufen“.

Besser sind mehrere Access-Points mit geringerer Leistung, so verteilt, dass jeder Teil des Platzes einen in der Nähe hat. Jeder deckt seinen Bereich ab und bedient weniger Geräte, sodass jeder Gast mehr Geschwindigkeit bekommt.

Technik für draußen

  • Außen-Access-Points müssen Sonne, Regen, Staub und salzhaltiger Luft standhalten. Die Schutzart (IP) zeigt, wie gut.
  • Sie werden an Masten oder Gebäuden montiert, hoch genug, damit das Signal über Wohnmobile und Fahrzeuge reicht, aber nicht über dem Blätterdach, wenn die Stellplätze darunter liegen.
  • Sie werden über das Netzwerkkabel mit Strom versorgt (PoE), eine Steckdose daneben ist nicht nötig.
  • Halterungen und Kabel im Freien brauchen Erdung und Überspannungsschutz. Mehr dazu im Beitrag Sommergewitter und Stromausfälle: So schützen Sie Ihre Netzwerktechnik.

Wie werden die Access-Points verbunden?

Jeder Access-Point braucht eine Verbindung zum übrigen Netzwerk. Es gibt drei Wege:

Netzwerkkabel
  • Die zuverlässigste und schnellste Verbindung, die zugleich Strom liefert.
  • Ein einzelnes Netzwerkkabel darf höchstens 100 m lang sein.
  • Am besten wird es verlegt, wenn auf dem Platz ohnehin gearbeitet wird, etwa entlang der Wasser- oder Stromleitungen zu den Stellplätzen.
Glasfaserkabel
  • Für größere Entfernungen und Verbindungen zwischen Gebäuden oder Verteilerschränken auf dem Platz.
  • Leitet keinen Strom, deshalb kann eine Überspannung nicht von einem Teil des Platzes in einen anderen wandern.
Funkverbindung
  • Gerichtete Funkstrecken (Point-to-Point) überbrücken Stellen, die kein Kabel erreicht, etwa über eine Straße oder eine Bucht.
  • Mesh-Systeme verbinden Access-Points per Funk und sind schnell eingerichtet. Jeder Funk-„Sprung“ verringert die verfügbare Geschwindigkeit, deshalb müssen sie sorgfältig geplant werden. Auf einem kleineren Platz können sie die ganze Lösung sein, auf einem großen werden sie mit Kabel kombiniert.

Unterwegs auf dem Platz ohne Verbindungsabbruch

Ein Gast, der mit dem Smartphone vom Stellplatz zum Strand geht, sollte verbunden bleiben. Deshalb tragen alle Access-Points denselben Netzwerknamen und werden zentral verwaltet, sodass ein Gerät selbstständig zum nächsten wechselt. Dieselbe zentrale Verwaltung verteilt auch die Last gleichmäßig.

Kapazität und Ordnung im Netzwerk

  • Eine Geschwindigkeitsbegrenzung pro Gerät verhindert, dass ein Gast die ganze Verbindung belegt.
  • Gästeisolierung bedeutet, dass die Geräte der Gäste einander nicht sehen.
  • Ein eigenes Netzwerk für Rezeption, Kasse und Kameras. Warum das wichtig ist, erklären wir im Beitrag Gäste-WLAN und Firmennetz: Warum sie getrennt sein müssen.
  • Eine ausreichend schnelle Internetverbindung: Auch das beste WLAN kann den Gästen nicht mehr geben, als vom Anbieter ankommt.

Aus der Praxis: Camp Vala in Orebić

Camp Vala hatte schnelles und stabiles Internet, und trotzdem beschwerten sich die Gäste über eine langsame Verbindung. Das Problem war die WLAN-Abdeckung auf dem 1,5 Hektar großen Platz. Nach der Installation einer Mesh-Lösung wurden selbst im hintersten Teil des Camps 90 % der vollen Geschwindigkeit gemessen, und seitdem beschweren sich die Gäste nicht mehr über langsames Internet. Die Worte des Inhabers lesen Sie in unseren Referenzen.

Wir helfen Ihnen

Wir sehen uns Ihren Campingplatz an, messen die Abdeckung und schlagen eine Lösung vor, die zur Anordnung der Stellplätze und zu Ihrem Budget passt. Die Arbeiten erledigen Sie am besten außerhalb der Saison, wenn der Platz nicht voll ist. Mit der proaktiven Wartung überwachen wir alle Access-Points laufend und erkennen Überlastung oder Ausfälle rechtzeitig.

Für ein Angebot beschreiben Sie uns Ihren Campingplatz in einem kurzen Fragebogen, und Sie hören innerhalb von 2 Werktagen von uns.

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