Schnelles Internet, langsames WLAN: Warum sich Gäste beschweren

Der Anbieter hat eine schnelle Leitung geschaltet, der Speedtest neben dem Router zeigt die volle Geschwindigkeit, und trotzdem steht in den Bewertungen „schwaches WLAN“. Der Eigentümer bucht einen schnelleren Tarif, und die Beschwerden bleiben.
Der Grund ist fast immer derselbe: Internetverbindung und WLAN sind nicht dasselbe. In diesem Beitrag erklären wir, wo die Geschwindigkeit verloren geht und wie Sie das prüfen.
Internetverbindung und WLAN sind nicht dasselbe
Die Internetverbindung ist das, was Ihr Anbieter bis zu Ihrem Objekt bringt. Das WLAN ist das Funknetz, das diese Verbindung vom Router zu den Smartphones, Laptops und Fernsehern Ihrer Gäste verteilt.
Ein Vergleich mit Wasser hilft: Ist der Anschluss an der Straße gut, aber die Leitungen im Haus alt und zu dünn, kommt im Bad im Obergeschoss trotzdem nur ein schwacher Strahl an. Ein schnellerer Tarif hilft dann nicht, denn das Problem liegt im Objekt.
Die häufigsten Ursachen
Ein Router für das ganze Objekt
- Der Router, den der Anbieter neben dem Anschluss aufgestellt hat, versorgt den Raum, in dem er steht, und vielleicht den daneben.
- Steinmauern, Stahlbeton und Geschossdecken schwächen das Signal stark. In einem Steinhaus oder einer Wohnung über mehrere Etagen bleiben entfernte Zimmer fast ohne Signal.
- Terrassen, Pools und Gärten liegen meist außer Reichweite, und gerade dort nutzen Gäste ihre Smartphones am meisten.
Router im Schrank, hinter dem Fernseher oder im Technikraum
- Jedes Hindernis zwischen Router und Gast kostet einen Teil des Signals.
- Metallschränke und Verteilerkästen sind ein besonders schlechter Platz.
- Ein Router in einer Ecke des Gebäudes sendet einen großen Teil seines Signals zu den Nachbarn oder auf die Straße.
WLAN-Verstärker
- Ein günstiger Verstärker (Repeater) empfängt und sendet auf demselben Kanal und halbiert daher oft die verfügbare Geschwindigkeit.
- Steht er zu weit vom Router entfernt, zeigt das Smartphone des Gastes vollen Empfang, die Verbindung bleibt aber langsam.
- Jeder Verstärker hat seinen eigenen Netzwerknamen, sodass das Smartphone des Gastes nicht von selbst zum näheren Gerät wechselt.
Zu viele Geräte an einem Ort
- In der Saison bringt jeder Gast mehrere Geräte mit, in einem Hotel oder auf einem Campingplatz sind das Dutzende oder Hunderte gleichzeitig.
- Ein Heimrouter ist für so viele gleichzeitige Nutzer nicht gebaut.
- Ohne Begrenzung pro Gerät bremst ein Gast, der große Dateien herunterlädt, alle anderen aus.
Überfüllte Kanäle
- In Urlaubsorten hat jede Ferienwohnung ihren eigenen Router, und benachbarte Netze stören sich gegenseitig.
- Im 2,4-GHz-Band gibt es nur wenige Kanäle, die sich nicht überlappen, deshalb trifft es dieses Band am stärksten.
- Das 5-GHz-Band bietet mehr Platz, dringt aber schlechter durch Wände und braucht daher mehr Geräte für dieselbe Fläche.
Veraltete Geräte
- Ein acht oder zehn Jahre alter Router unterstützt die neueren WLAN-Standards nicht, die die Smartphones Ihrer Gäste beherrschen.
- Alte Geräte erhalten oft keine Sicherheitsupdates mehr.
- Mehr über die Unterschiede zwischen den Standards lesen Sie im Beitrag Drahtlose Netzwerke: Die Revolution der Konnektivität.
So finden Sie heraus, wo das Problem liegt
Für eine erste Prüfung brauchen Sie keine besondere Ausrüstung, nur ein Smartphone und eine beliebige Speedtest-App.
- Messen Sie die Geschwindigkeit neben dem Router. Ist sie auch dort langsam, liegt das Problem an der Leitung oder am Router selbst. Wenden Sie sich an Ihren Anbieter.
- Messen Sie dort, wo sich Ihre Gäste aufhalten: im entferntesten Zimmer, auf der Terrasse, am Pool. Ist es dort deutlich langsamer als neben dem Router, liegt das Problem an der Abdeckung.
- Wiederholen Sie die Messung abends in der Hochsaison, wenn alle Gäste da sind. Ist es tagsüber schnell und abends langsam, liegt das Problem an der Kapazität: zu viele Geräte für die vorhandene Ausrüstung oder eine zu langsame Leitung für so viele Gäste.
Notieren Sie die Ergebnisse nach Ort und Uhrzeit. Eine solche Liste hilft Ihnen und uns, die Ursache schnell zu finden.
So sieht eine gute Lösung aus
- Mehrere Access-Points statt eines stärkeren Routers, so verteilt, dass jeder Teil des Objekts einen in der Nähe hat.
- Verbindung per Kabel, wo immer es möglich ist. Wo kein Kabel hinkommt, verbindet ein Mesh-System die Access-Points per Funk.
- Ein Netzwerkname für das ganze Objekt und zentrale Verwaltung, sodass das Smartphone des Gastes von selbst zum nächsten Access-Point wechselt.
- Eine Geschwindigkeitsbegrenzung pro Gerät, damit ein Gast nicht die ganze Verbindung belegt.
- Ein Gästenetz getrennt vom Firmennetz. Warum das wichtig ist, erklären wir im Beitrag Gäste-WLAN und Firmennetz: Warum sie getrennt sein müssen.
Für Campingplätze und große Außenflächen gelten zusätzliche Regeln, über die wir im Beitrag WLAN auf dem Campingplatz geschrieben haben.
Aus der Praxis: Camp Vala in Orebić
Camp Vala hatte schnelles und stabiles Internet, und trotzdem beschwerten sich die Gäste über eine langsame Verbindung. Das Problem war die WLAN-Abdeckung auf dem 1,5 Hektar großen Platz. Nach der Installation einer Mesh-Lösung wurden selbst im hintersten Teil des Camps 90 % der vollen Geschwindigkeit gemessen, und seitdem beschweren sich die Gäste nicht mehr über langsames Internet. Die Worte des Inhabers lesen Sie in unseren Referenzen.
Wir helfen Ihnen
Wir messen die Abdeckung in Ihrem Objekt, finden heraus, wo die Geschwindigkeit verloren geht, und schlagen eine Lösung vor, die zu Ihren Räumen und Ihrem Budget passt. Die Arbeiten erledigen Sie am besten außerhalb der Saison, vor der Saison prüfen Sie alles mit unserer Checkliste. Mit der proaktiven Wartung überwachen wir das Netzwerk laufend und erkennen ein Problem oft, bevor sich ein Gast beschwert.
Für ein Angebot beschreiben Sie uns Ihr Objekt in einem kurzen Fragebogen, und Sie hören innerhalb von 2 Werktagen von uns.


